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Ein Portrait im Familienjournal der Kirchenzeitung "Kirche und Leben"

(leider kann der Artikel hier nur ohne fotos wieder gegeben werden)

20 MITEINANDER LEBEN
FAMILIENJOURNAL 22. Juni 2014
Zu jedem Menschen gehört ein Lied
Ulrike Bastian aus Münster schreibt Willkommenslieder zur Geburt und Taufe. Ihr Vorbild ist der Brauch eines Volksstamms in Ostafrika. Dort lauscht eine schwangere Frau so lange in sich hinein, bis sie das Lied ihres Kindes vernimmt.
Die zündende Idee kam Ulrike Bastian, als sie über den berührenden Brauch eines ostafrikanischen Volksstamms las, den der Autor Wolfgang Bossinger in seinem Buch »Die heilende Kraft des Singens« beschreibt. »Dort bekommt jedes Kind zur Geburt ein eigenes Lied geschenkt, das es sein ganzes Leben lang begleiten wird«, erläutert Bastian die Tradition der Einheimischen. Die Schwangere erfinde Text und Melodie, indem sie so lange in sich hineinlausche, bis sie das individuelle Lied des Kindes hören könne. Dieses Lied singe die afrikanische Mutter dem Baby schon während der Schwangerschaft vor. Es werde bei der Geburt, der Taufe, bei Geburtstagen, der Hochzeit und allen anderen zentralen und feierlichen Anlässen gesungen und am Ende des Lebens am Sterbebett und zur Beerdigung. Denn nach der Geburt des Kindes würden alle Angehörigen des Stamms das persönliche Lebenslied kennen und singen lernen, sodass sie es zu all den Anlässen anstimmen könnten. Ulrike Bastian war von dieser Tradition fasziniert.
»Emma, mein Patenkind, war die Erste, zu deren Geburt ich ein persönliches Lied geschrieben und komponiert habe«, erinnert sich die 50-Jährige. Das sei sieben Jahre her. »Das zweite Lied ›Nehm ich die Flügel der Morgenröte und lasse mich nieder am äußersten Meer, ja auch dort wird deine Hand mich sicher finden und halten‹ habe ich für meinen Vater komponiert, der zu jener Zeit im Sterben lag.« Dabei habe sie sich an Psalm 139 orientiert.
Beide Lieder waren der Beginn vieler neuer Kompositionen und Texte aus ihrer Feder. Sie »sprudeln seitdem aus mir heraus«, sagt Ulrike Bastian. Rund 50 Lieder hat sie inzwischen verfasst und vertont. Viele davon für bestimmte Menschen und zu bestimmten Anlässen: für ihre drei erwachletzt um die Wirkung der Musik auf den Menschen geht. Unlängst hat sie eine neue CD »Willkommen im Leben« mit »Liedern zur Geburt und Taufe« am Keyboard und Klavier erarbeitet und im eigenen »Tonstudio«, im Keller ihres münsterschen Privathauses, produziert. Es seien »Begrüßungs-«, Willkommens-« und »Segenslieder« für das neugeborene Kind, sagt sie. Eines – »Wie ein Baum« – sei kürzlich in einer Tauffeier in der Kirche gesungen worden. »Zwei Seelen« hat sie zur Zwillingsgeburt der Kinder ihres Bruders geschrieben.
»Von sanften Händen getragen« oder »Ich gehe meinen Weg mit Kraft, ich gehe meinen Weg mit Liebe«, heißen weitere Produktionen. In »Denn er hat seinen Engel befohlen über dir« hat sie sich wiederum an einem Psalm orientiert: Nummer 91, der lautet: »Denn er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen«.
»Psalmen berühren viele Menschen«, sagt sie. Ihre Musik wolle aber nicht »fromm im üblichen Sinn« sein, sondern Lebensmut, Segen und spirituelle Geborgenheit vermitteln. Alle Lieder singt sie mit ihrer vollen Sopranstimme selbst, bei einigen wird sie begleitet, unter anderem von ihrem Patenkind Emma.
Musik spielte schon in Ulrike Bastians Kindheit eine große Rolle. Zuhause wurde häufig am Klavier musiziert, die Eltern und vier Geschwister sangen gemeinsam. Im heimatlichen Gütersloh war sie Mitglied eines großen Oratorienchors und beschäftigte sich intensiv mit geistlicher Musik. Zwar machte sie auch musikalische Ausflüge ins Jazz- und Pop-Genre, »es fehlte mir dabei aber das spirituelle Element«. Musik solle Freude machen, sie könne aber auch die Seele beflügeln, sagt sie.
Mit ihrer Schwester und vier Cousinen trat sie senen Söhne, ihren Mann, für Freunde und Verwandte. Manche hat sie als Auftragsarbeiten komponiert. Sie nennt sie »individuelle Lebenslieder«.
Zum 150-jährigen Jubiläum der seligen Schwester Maria Droste zu Vischering hat sie – in Anlehnung an den Leitspruch der Nonne – das Lied »In te, domine, speravi« (»Auf dich, o Herr, vertraue ich«) vertont. Es wurde auf der großen Festveranstaltung in Münster gesungen und einige Monate später in Rockville, im US-Bundesstaat New York, wo ein Gremium von Theologen und Ärzten zusammenkam, um über die Heiligsprechung der Ordensfrau zu beraten. »Als Einstimmung dazu wurde das Lied gespielt, was mich sehr gefreut hat«, erzählt Bastian.
Zahlreiche ihrer Songs haben den Charakter eines musikalischen Mantras: »Text und Melodie sind einfach und eingängig, sodass man sie sofort mitsingen kann. Beim Wiederholen verinnerlicht man ihre Botschaft«, sagt Bastian, der es nicht zuJedes
Kind eines Stammes in Ostafrika bekommt zur Geburt ein Lied geschenkt, das es ein Leben lang begleitet.
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22. Juni 2014 FAMILIENJOURNAL
KREATIV: Das Klavier ist Ulrike Bastians Lieblingsinstrument – neben ihrer Stimme. Musik und Texte schreibt sie selbst. FOTOS: WEGLAGE
Ulrike Bastian, Heilpraktikerin aus Münster
Emma, mein Patenkind, war die Erste, zu deren Geburt ich ein persönliches Lied komponiert
habe. Das zweite Lied habe ich für meinen Vater gemacht, der zu jener Zeit im Sterben lag.
22 MITEINANDER LEBEN
FAMILIENJOURNAL 22. Juni 2014
MEDITATIV: Klangschalen sind für Ulrike Bastian Instrumente, die eine heilsame Wirkung haben. FOTO: WEGLAGE
als Achtjährige im Altenheim auf. Als Jugendliche habe sie in ihrer Heimatgemeinde eine Mädchengruppe geleitet und mit den Kindern viel gesungen. »Mein Glaube an Gott fließt in viele meiner Lieder ein«, sagt sie.
Gesang und Theologie
Kein Wunder also, dass Ulrike Bastian nach dem Abitur Musik mit Schwerpunkt »Gesang« als Studienfach wählte – in Kombination mit katholischer Theologie. Sie wollte Lehrerin werden: »Ich hatte zuvor überlegt, Medizin zu studieren, doch mir war bald klar, dass ich das unmöglich mit Kindern verbinden kann. Im Lehrerberuf ist das einfacher«, meinte sie zunächst. Kurz nach der Referendariatszeit wurde ihr erster Sohn geboren, zwei weitere Söhne sollten folgen.
Dann kam doch alles anders. Bastian entschied sich, Heilpraktikerin zu werden. Als sie 1998 die Ausbildung abgeschlossen hatte – die Kinder waren noch klein – arbeitete sie als Prüfungstrainerin für angehende Heilpraktiker und veröffentlichte dazu mit einem Fachkollegen ein Buch.
2001 begann sie selbst in eigener Praxis zu arbeiten, komplettierte ihre Ausbildung um die »Energiearbeit mit Klangschalen« und sagt heute, dass »Musik zwar keine Krankheiten heilen kann, aber Klangschalen durchaus etwas im Patienten in Bewegung setzen können. Sie können Impulse zur heilenden Entspannung geben oder die sanfte Bewusstwerdung von inneren Bildern, Traumata und alten Wunden ermöglichen.«
Obgleich die Mutter dreier Kinder hochmusikalisch ist, ist Hausmusik im üblichen Sinn in der Familie Bastian eher selten. Ihr Mann spiele Gitarre, aber nur einer ihrer Söhne ein Instrument, nämlich Kontrabass, und er komponiere auch eigene Lieder, sagt Ulrike Bastian. Alle aber stehen hinter dem musikalischen Engagement der Mutter.
»Mein Instrument ist meine Stimme. Ich mag es, mit ihr zu spielen und zu improvisieren«, sagt sie. Singen sei »pure Lebensfreude«. So nutzt sie jede Gelegenheit dazu – allein und in der Gemeinschaft, etwa bei den von ihr organisierten »Singen am Feuer«. – »Selbst wenn ich Auto fahre, singe ich«, sagt sie, denn Singen und Leben gehörten für sie zusammen. KARIN WEGLAGE
PROBEN: Am Keyboard in ihrem Arbeitszimmer entsteht ein Großteil ihrer Lieder. FOTO: WEGLAGE
Musik kann keine Krankheiten heilen, aber Klangschalen können Heilsames in Bewegung setzen.
Mehr Hintergrund zu den Lebensliedern von Ulrike Bastian unter: www.meinlebenslied.de
INFO

Lebenslieder Ulrike Bastian | ulrikebastian@ymail.com